In der vierten Ausgabe des BlogCarnival von WissensWert wird nach dem “Netzwerk -Effekt” gefragt: Was ist das? Und hier ist meine Antwort darauf:
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Nicht nur, aber auch: Für alle Volkshochschulen, die sich für das Thema BildungsBlogging interessieren: Hier ist ein interessanter Link zu einem Resümee der Hamburger Volkshochschule über ihre Erfahrungen mit Twitter und Blogs. Die Hamburger VHS veranstaltete dazu einen Workshop. Themen waren Mikrolearning, Mikroblogging, Blogging und die grundsätzliche Frage, wie der Bildungsbereich mit den neuen Plattformen umgehen könnte. Sicherlich ein interessanter Artikel!
Das Lernen verändert sich, das ist klar. Wenn auch in Deutschland – immer schon ist das Klima hier weniger experimentell, neugieriger und offener als beispielsweise in den USA oder GB – langsamer. Aber auch hier verändert es sich: Von formalisierten, institutionalisierten Lernformen und -prozessen hin zu informellem Lernen, Mitmach-Lernen, einer “society of engagement”, Mikrolernen. Wikis, Twitter, die web 2.0-Dienste zeigen es längst. Eine spannende Frage ist, wie sich die Zukunft “althergebrachter” Lernformen wir Kursen gestaltet. Wird es Präsenz-Kurse überhaupt noch geben? Was ist mit Mischformen wie Blended Learning? George Siemens sieht die Rolle von Kursen in Zukunft vor allem darin, klar abbgegrenztes, “statisches” Wissen wie Geschichtswissen, Wissenschaftsgeschichte oder Philosophie zu vermitteln. Hier kann man klare Grenzen um die Information ziehen. Wie ist es aber mit komplexem, rasch veränderlichem und multiperspektivischem Wissen? Sind Lernformen wie Kurse hier angemessen und effektiv? George Siemens meint Nein:
“If the discipline is not stable, any pre-constructed model will be ineffective. It’s like trying to identify someone who is 65 years old when all you have is her baby picture.”
“Courses, therefore, are best served in developing basic knowledge and skills.”
Spannend ist natürlich die Frage, wie sich das Fremdsprachenlernen entwickeln wird. Ist es zu den “Basics” zu zählen? Für einige sicherlich schon: In den Integrationskursen in Deutschland beispielsweise sind viele Teilnehmer, die mit dem Fremdsprachenlernen überhaupt das erste Mal in ihrem Leben lernen. In ihrem Heimatland haben sie keine oder nur eine sehr kurze Schulbildung erfahren. Viele haben noch nie einen Computer benutzt. Diese Leute benötigen sicherlich erst einmal die Basiswerkzeuge, um mit Lernen, Informationsbeschaffung und Medien überhaupt umzugehen. Aber es gibt auch viele Integrationskursteilnehmer, die “fit” sind, was das autonome, gesplitterte Lernen betrifft. Man fragt sich manchmal, warum sie überhaupt einen Kurs besuchen. Sie werden sicherlich das Social Web optimal nutzen können, auch für das Deutschlernen.
Letztlich scheint es mir auf eine Frage des ZUGANGS zu den Informationen hinauszulaufen. Wer kommt wie an die Informationen heran? Wer hat die Fähigkeit entwickeln können, sie am besten für sich zu nutzen? Daran ist letztlich eine soziale Frage geknüpft, wie mir scheint. Werden die neuen Spaltungslinien der Gesellschaft hier verlaufen, an den Zugangscodes zur Informationsbeschaffung? Hier bekomme ich gerade eine Assoziation zu Gilles Deleuze, der von Chiffren spricht: Die Chiffren sind Losungen (früher waren es die Parolen), die den Zugang oder die Abweisung zur Information kennzeichnen, die das Wesen unserer Gesellschaft kennzeichnen. Zumindest hatte ich das so verstanden.
Das Interview mit George Siemens ist hier nachzulesen. Gefunden habe ich es im Jochen Robes Weiterbildungsblog!
“It’s not about matching traditional models
with existing tools anymore;
It’s about developing a brand-new pedagogical model
and implementing the Next generation Web environment upon it.”
Antonio Fumero about eLearning 2.0 (2006)
Um mal dem Begriff “EduPunk” näherzukommen, sind hier einige gute
Links und Hinweise. Von Martin Ebner gibt es einen aufschlussreichen Text über EduPunk, der auch mit obigem Zitat übertitelt ist. Demnach war es Jim Groom, der den Begriff erfand, und zwar in seinem Blog bavatuesdays im Mai 2008. Kurz gesagt geht es ihm um drei Dinge, die EduPunk ausmachen:
1. EduPunk ist eine Reaktion auf die Kommerzialisierung von Lernen.
2. EduPunk lebt von einer Mach-es-selbst (”Do-it-your-self”)-Attitüde.
3. EduPunk lebt von der Haltung, selbst zu denken und selbst zu lernen, statt sich Denken und Lernen vorgeben zu lassen.
Nachlesen kann man das auch bei Wikipedia. Hier wird auch auf die New York Times verwiesen, die EduPunk als eine Haltung versteht, die das Benutzen von Mainstream-Werkzeugen wie PowerPoint oder BlackBoard vermeidet. Stattdessen geht es um eine Haltung, die sich vergleichen lässt mit 70-er-Jahre-Bands wie “The Clash” . Also Rebellion – nur eben im Klassenzimmer. Seit Jim Groom den Begriff ins Leben rief, hat er große Runden in der Blogosphäre gedreht und wird heiß diskutiert, zum Beispiel in einer Serie Videos, genannt “EduPunk Battle Royale”. Jim Groom tritt hier gegen W. Gardner Campbell an (Direktor der Academy for Teaching and Learning der Baylor University). Hier ein Link zum Video-Battle.




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