Tag Archive for 'Kursraum'

Nettes vhs-Projekt

Link zu einem netten Projekt eines vhs-Kurses:

vhstagebuch

Der neue “Deutschtest für Zuwanderer”. Zusammenfassung und Kritik.

telc_logoAb ersten Juli 2009 ist für die Integrationskursteilnehmer mal wieder alles anders: Der neue Deutschtest für Zuwanderer (DTZ) ist da und löst die alte B1-Prüfung ab. Ich war im Mai auf der Prüferschulung von telc. telc ist vom BAMF beauftragt, den neuen Test zu konzipieren und durchzuführen. Zwar scheint der DTZ noch nicht richtig ausgereift zu sein, trotzdem steht das Grundgerüst fest. Was nun alles anders oder neu ist und was man kritisch sehen kann – das habe ich mal hier zusammengefasst.
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Projekt Straßeninterviews

Märkisches Viertel in Berlin

Im Mai 2009 interessierten sich die Teilnehmer meines Deutschkurses für das Thema “Arbeiten in Berlin.” Im Märkischen Viertel, dort, wo auch der Kurs stattfand, gingen sie auf die Straßen und befragten Passanten nach ihrer Arbeit, ihren Gefühlen, ihren Zukunftsprognosen und der Bewertung ihrer Arbeit. Weil die Arbeitslosigkeit im Märkischen Viertel hoch ist, hatten die Teilnehmer angenommen, niemanden zu finden, der ihnen über seine Arbeit berichten kann. Aber dem war nicht so.  … Die Gespräche sind ungefiltert so dargestellt, wie die Teilnehmer sie aufgeschrieben haben; ich habe nur einige Rechtschreibfehler korrigiert.

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Kursraum adieu?

Das Lernen verändert sich, das ist klar. Wenn auch in Deutschland – immer schon ist das Klima hier weniger experimentell, neugieriger und offener als beispielsweise in den USA oder GB – langsamer. Aber auch hier verändert es sich: Von formalisierten, institutionalisierten Lernformen und -prozessen hin zu informellem Lernen, Mitmach-Lernen, einer “society of engagement”, Mikrolernen. Wikis, Twitter, die web 2.0-Dienste zeigen es längst. Eine spannende Frage ist, wie sich die Zukunft “althergebrachter” Lernformen wir Kursen gestaltet. Wird es Präsenz-Kurse überhaupt noch geben? Was ist mit Mischformen wie Blended Learning? George Siemens sieht die Rolle von Kursen in Zukunft vor allem darin, klar abbgegrenztes, “statisches” Wissen wie Geschichtswissen, Wissenschaftsgeschichte oder Philosophie zu vermitteln. Hier kann man klare Grenzen um die Information ziehen. Wie ist es aber mit komplexem, rasch veränderlichem und multiperspektivischem Wissen? Sind Lernformen wie Kurse hier angemessen und effektiv? George Siemens meint Nein:

“If the discipline is not stable, any pre-constructed model will be ineffective. It’s like trying to identify someone who is 65 years old when all you have is her baby picture.”

“Courses, therefore, are best served in developing basic knowledge and skills.”

Spannend ist natürlich die Frage, wie sich das Fremdsprachenlernen entwickeln wird. Ist es zu den “Basics” zu zählen? Für einige sicherlich schon: In den Integrationskursen in Deutschland beispielsweise sind viele Teilnehmer, die mit dem Fremdsprachenlernen überhaupt das erste Mal in ihrem Leben lernen. In ihrem Heimatland haben sie keine oder nur eine sehr kurze Schulbildung erfahren. Viele haben noch nie einen Computer benutzt. Diese Leute benötigen sicherlich erst einmal die Basiswerkzeuge, um mit Lernen, Informationsbeschaffung und Medien überhaupt umzugehen. Aber es gibt auch viele Integrationskursteilnehmer, die “fit” sind, was das autonome, gesplitterte Lernen betrifft. Man fragt sich manchmal, warum sie überhaupt einen Kurs besuchen. Sie werden sicherlich das Social Web optimal nutzen können, auch für das Deutschlernen.

Letztlich scheint es mir auf eine Frage des ZUGANGS zu den Informationen hinauszulaufen. Wer kommt wie an die Informationen heran? Wer hat die Fähigkeit entwickeln können, sie am besten für sich zu nutzen? Daran ist letztlich eine soziale Frage geknüpft, wie mir scheint. Werden die neuen Spaltungslinien der Gesellschaft hier verlaufen, an den Zugangscodes zur Informationsbeschaffung? Hier bekomme ich gerade eine Assoziation zu Gilles Deleuze, der von Chiffren spricht: Die Chiffren sind Losungen (früher waren es die Parolen), die den Zugang oder die Abweisung zur Information kennzeichnen, die das Wesen unserer Gesellschaft kennzeichnen. Zumindest hatte ich das so verstanden. :-)

Das Interview mit George Siemens ist hier nachzulesen. Gefunden habe ich es im Jochen Robes Weiterbildungsblog!


Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Der Wolf ist wieder da

Seit über 100 Jahren waren Wölfe in Deutschland ausgerottet.

Zwischen 1945 und 1990 versuchten mindestens 22 Wölfe vergeblich, in Deutschland Fuß zu fassen – sie wurden entweder erschossen oder kamen im Straßenverkehr um.

Seit elf Jahren nun gibt es sie wieder: Fünf Wolfsfamilien, ein Wolfspaar und mehrere Einzelgänger weiß der Naturschutzbund (NABU) zu verzeichnen. Sie leben in der Lausitz und nutzen hauptsächlich den sächsischen Nordosten und brandenburgischen Südosten. Wölfe sind aber Langstreckenwanderer und so wurden auch schon welche in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen gesehen. Die Markierungen der NABU-Karte zeigen, wo die Wölfe leben oder gesehen wurden:

woelfe_deutschland1

Das Rotkäppchen-Trauma

Während kaum noch jemand an den Klapperstorch glaubt, hält sich das Märchen vom bösen Wolf beharrlich. Vorurteile und Ängste sind in der Deutschen Gesellschaft tief verwurzelt. Der NABU hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit über den Wolf zu leisten und Vertrauen und Akzeptanz in der Gesellschaft zu gewinnen. Unter anderem hat er dafür einen Wolf-Aktionsplan geschaffen.

Neu: Material für den Unterricht

Ganz neu hat der NABU eine DVD mit Unterrichtsmaterial herausgebracht. Sie enthält einen Diavortrag über die Lebensweise der Wölfe, ihre Rolle im Ökosystem und Fragen zu Konflikten zwischen Mensch und Wolf; ein Wolfsspiel und einen SWR-Hörfunkbeitrag.

Die DVD kann in der Erwachsenenbildung ebenso wie im Schulunterricht eingesetzt werden. Dort ist sie vor allem geeignet für die Klassen 5 – 10 und die Fächer Deutsch, Politik oder Biologie.

Es gibt sie kostenlos beim NABU-NaturShop im Netz: www.NABU.de/Shop (Artikelnummer 4210).

Arbeitsblätter für den Unterricht gibt es unter www.willkommen-wolf.de.



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